Die schönen Momente geniessen lernen

Ich lebe mit meinem Lebenspartner und unseren zwei Kindern in einem gemeinsamen Haushalt. Lukas* ist 17 und Marie* 14 Jahre alt. Ich gestalte mein Eltern-Sein sehr bewusst und versuche gute Beziehungen zu meinen zwei Kindern zu pflegen. Mit Lukas erlebe ich es jedoch seit geraumer Zeit immer wieder als schwierig entspannt in Kontakt zu sein und vor allem eine gemeinsame Sprache zu finden.

Er ist viel in seinem Zimmer und dann fast unerreichbar für mich. Mittlerweile habe ich gelernt sein Zimmer als seinen Rückzugsort, den ich nur mit seinem Einverständnis aufsuchen darf, zu respektieren. Ich wünsche mir jedoch, dass er etwas häufiger am Familien- und vor allem auch am Haushaltsleben teilnimmt – und das nicht nur, wenn ich ihn dazu einlade. Wenn ich diesen Wunsch Lukas gegenüber äußere, treffe ich auf geringes Verständnis für mein Anliegen – ich sollte doch einfach klarer sagen, was ich möchte; ich dachte ich drücke mich klar aus!?

Ich bin vor ungefähr zwei Jahren auf das Thema Achtsamkeit gestoßen und öfters zu den al-ma Abenden gegangen. Ich spürte immer danach, wie sehr es mich entspannte und ich dadurch etwas Abstand von meinem Gedankenfluss bekommen konnte. Seit rund einem halben Jahr habe ich begonnen mir mit Audio-Anleitungen regelmäßig Momente von Achtsamkeitsmeditation in meinen Alltag einzubauen. Das unterstützt mich in meiner Persönlichkeitsentwicklung und auch in meinen Beziehungen zu meinen Kindern.

Die Medidationen helfen mir weniger zu werten und mir zu vergegenwärtigen, dass Stimmungen und Gedanken kommen und gehen, dass ich bestimme was und wie ich denken. Sie unterstützen mich meinen gedanklichen Focus auf das Positive zu lenken, die angnehmen Gefühle stellen sich dadurch ganz von selbst etwas häufiger ein. Ebenso fördert die regelmäßige Praxis ganz automatisch die Sesibilisierung meiner Wahrnehmung.

Ganz konkret habe ich besser gelernt Unterschiede wahrzunehmen und vor allem schöne Momente als solche zu geniessen; auch wenn es davor und danach vielleicht anstrengend und schwierig ist. Es ist nicht immer schwierig und anstregend!!

Im Sommer war ich mit meiner Familie ein paar Tage in Amsterdam zu Besuch bei Freunden. So kam es, dass Lukas und ich mehr Gelegenheit hatten Zeit miteinander zuverbringen, als im Alltag zu Hause, Gespräche entstanden mehr aus dem Fluss des Zusammenseins heraus. Ich erinnere mich an einen Nachmittag, Lukas und unsere junge Freundin Lena und ich entspannten nach einem Sightseeingausflug auf der Dachterasse, die beiden Jungen schliefen ein und ich genoss meine Glück, meine Zufriedenheit und meine Dankbarkeit , ob der Verbundenheit zu meinem Sohn und verstärkte dieses Gefühl noch mit der Audio-Anleitung zum Gewahrsein des Glücks!

Vor kurzem war ich mit meiner Tochter zu Hause, es ging ihr nicht besonders gut– psychisch wie physisch. Sie hatte Angstzustände und ich lud sie ein mit mir gemeinsam eine Achtsamkeitsmeditation anzuhören. Das war nicht als Lösung gedacht, sondern einfach als ein gemeinsames Erlebnis dieses Moments und möglicherweise als Unterstützung um aus ihrem Gefühl der Überforderung leichter aussteigen zu können. Sie lies sich drauf ein, mittlerweile haben wir schon weitere Male gemeinsam meditiert. Es hilft uns beiden im Trubel der schnelllebigen Zeit, ein wenig zur Ruhe zu kommen und eine bewusste Verbundenheit mit uns selbst zu erleben.

So merke ich, dass ich zwar immer wieder von meinen alltäglichen Gedanken- und auch Gefühlsstrudel davongezogen werde – dennoch schaffe ich es immer öfter Momente der Klarheit, des Glücks, der Dankbarkeit und damit der intensiven Verbindung zu meinen Kindern zu spüren. Und das macht Mut!

 

 

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