Achtsamer Dialog – auch Kinder wollen gehört werden

Wir leben mit unseren 2 Söhnen, Noah* und Florian*, in einer gemeinsamen Familie. Zwischen den beiden liegen lediglich 17 Monate. Das führte dazu, dass sich eine sehr intensive Beziehung entwickelt hat im Laufe der Jahre. Zwei Buben, die sich oft suchen und finden, sich vergleichen, sich schätzen aber auch oft heftig streiten; manchmal auch mit körperlichen Einsatz.

Vor nicht all zu langer Zeit durchlebten sie (und wir mit ihnen) eine sehr konfliktreiche Zeit. Es fing immer wieder mit einem Sticheln und anfangs spielerischen Raufen an – meistens endete es jedoch mit einem ernsten Kämpfen, oft recht wild (aus unserer Sicht). Wir hatten ein Prinzip der Nicht-Einmischung in ihre Konflikte – ausser die körperliche Unversehrtheit einer der beiden war in Gefahr.

Über unsere Beschäftigung mit Achtsamkeit im Zusammenhang mit Eltern-Sein sind wir auf die Methode des “Way of Council” – als Form von achtsamer Kommunikation – gestossen. Es handelt sich dabei um eine Methode von Kreisdialog, in dem von ganzen Herzen zugehört und gesprochen wird. Es geht nicht um Austausch von Meinungen und Diskussion sondern um das Erzählen von Geschichten.

Nachdem wir es für uns als eine sehr bereichernde und nützliche Form von Kommunikation erlebt haben wollten wir es auch gemeinsam mit unseren Kindern ausprobieren. Uns belasteten diese häufigen Konflikte der Kinder und wollten dies in einem Council ansprechen. Wir erzählten ihnen von dieser Form des “rund um das Feuer sitzen und wichtige Sachen besprechen”, die schon Indianer und viele andere Völker verwendeten und noch immer verwenden. Wir saßen auf Pölstern am Boden, hatten einen Redegegenstand und klärten die eine Regel, dass nur der spricht, der diesen Gegenstand in der Hand hält; schlussendlich luden wir sie ein nur von sich zu erzählen und nicht davon, was der andere gemacht hat.

Wir starteten den Council mit dem Aussprechen wie es uns geht bei dem Beobachten der Konflikte zwischen den Kindern. Danach stiegen die Kinder ein wie sie es erleben – nach einer kurzen Erinnerung, bei sich zu bleiben, funktionierte es recht gut. Sie hörten einander und führten sogar eine Stopp-Regel ein, um nicht so leicht vom spielerischen ins ernste Raufen zu kippen. Nachher meinte der jüngere Sohn, dass wir das öfters machen sollten. Es kam auch wirklich danach zu einer spürbareren Verbesserung der Situation.

Wir haben noch ein paar Mal Council-Runden in unserer Familie gemacht bis der ältere Sohn es nicht mehr wollte. Uns ging es auch nicht um die Methode sondern um die Qualität der achtsamen Kommunikation, die damit erlebbar wurde.

 

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